Mag der Einzug der Elektrizität, der Bau der Birsigtalbahn BTB (1887), der Ziegelei oder der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit als Grund für das schnelle Wachstum der Vorstadtgemeinde Oberwil angesehen werden, das letzte Jahrhundert hat wie keines vorher so intensiv das Bild der Landschaft verändert. Ein schönes Bauerndorf im katholischen Sundgau entwickelte sich zu einer heterogenen Agglomerationsgemeinde der Stadt Basel. Der bäuerliche Charakter des Dorfes ist durch die Bauwut der Sechziger- und Siebziger Jahre beinahe verloren gegangen, die fruchtbaren, landwirtschaftlich genutzten Hänge um den Dorfkern sind reihenweise mit Häusern überbaut worden, die ebenen Äcker in der Talsohle wurden aufgerissen und Fundamente für ein heranwachsendes Industriegebiet angelegt. Durch den starken Landschaftswandel ist heute kaum mehr vorstellbar, wie ländlich anmutend das Gesicht unseres Dorfes vor wenigen Jahrzehnten noch war. Der alte Dorfkern blieb zum grössten Teil von den Baumaschinen verschont und konnte in den letzten Jahren liebevoll herausgeputzt und renoviert werden.